Über uns

„Daheim in Vorchdorf“ ist eine Ehrenamtlichen-Plattform, die sich 2015 zur Unterstützung von Asylwerbern*innen bei der Integration in das Vorchdorfer Gemeindeleben gebildet hat. Die anfangs sehr große Gruppe ist mittlerweile überschaubar geworden und freut sich über jede konkrete Mithilfe – vor allem, um soziale Kontakte zu ermöglichen und die deutsche Sprache zu üben, z. Bsp. durch die Mithilfe bei der Organisation und dem Besuch von Sprachcafès. Die Helfer*innen der Plattform haben sich in Gruppen (Sprache, Mobilität, Soziales, Sachspenden, …) organisiert. Die LeiterInnen der Gruppen treffen sich regelmäßig um anfallende Themen wie Projekte, Wünsche und Probleme zu diskutieren und gezielt Unterstützung zu organisieren. Die Gemeinde unterstützt die Plattform bzw. die Asylwerber*innen finanziell und durch die Arbeit von Hermann Selinger, der auf Gemeindeebene der Ansprechpartner für die Asylwerber*innen ist und ebenfalls an den Treffen der Plattform teilnimmt.

Die Asylwerber*innen stammen vorwiegend aus Afghanistan, Syrien, dem Iran und Irak. Es sind viele Familien, zum Teil mit Kindern, aber auch Einzelpersonen. Die meisten leben im Haus neben dem Spar und werden von der Volkshilfe betreut, manche wohnen in privaten Unterkünften. Einige der ursprünglichen Asylwerwerber*innen sind im Lauf der drei Jahre innerhalb des Landes umgezogen – manchmal freiwillig, manchmal unfreiwillig. Einige halten noch Kontakt mit den Mithelfern*innen der Plattform und kommen auch zu Veranstaltungen.
Wenige von all diesen geflüchteten Menschen haben mittlerweile einen positiven Asylbescheid oder sind subsidiär schutzberechtigt. Manche von diesen haben auch schon eine Arbeitsstelle gefunden. Einige der neuen Vorchdorfer*innen befinden sich noch in laufenden Asylverfahren, viele haben auch schon einen negativen Bescheid in letzter Instanz erhalten – oft dauert es jedoch Monate, bis diese Menschen wirklich ausreisen müssen bzw. können, was mit Rücknahmeabkommen mit den Herkunftsländern zu tun hat – eine komplizierte Materie. Diese Menschen sind oft besonders emotional angegriffen, da sie für sich keinen Handlungsspielraum mehr sehen. Soziale Kontakte, Aktivitäten und erlaubte Arbeiten tun ihnen oft besonders gut und wirken stabilisierend.

Jene neuen Vorchdorfer*innen, die noch im Asylverfahren sind (das heißt, sie warten noch auf die Entscheidung, ob sie in Österreich Bleiberecht erhalten) bzw. auf ihre Abschiebung warten, befinden sich nach wie vor in der Grundversorgung. Viele von ihnen sind immer froh, wenn sie etwas tun und sich ein wenig Geld dazuverdienen können. Erlaubt sind bestimmte Arbeiten für die Gemeinde, die das auch ermöglicht, und Arbeiten über Dienstleistungsscheck für Private (Haushalt, Garten). Das Einkommen darf gesamt 110 Euro im Monat nicht überschreiten, sonst verlieren sie die Grundversorgung. Sie können gerne mit der Plattform Kontakt aufnehmen, wenn Sie Arbeit ermöglichen möchten.

Die Integration ins Vereinsleben hat sich als herausfordernd dargestellt. Mittlerweile sind die Deutsch-Kenntnisse jedoch besser geworden und auch die pünktliche Einhaltung von Terminen hat sich gut weiterentwickelt. Die Teilnahme im Vereinsleben ist immer noch wünschenswert und wäre für die neuen Vorchdorfer*innen sehr hilfreich. Immer noch nimmt „Daheim in Vorchdorf“ gerne die Informationen von Vereinen entgegen, die offen für die kostenlose Teilnahme der Aslywerber*innen an ihren Angeboten sind.